Ich liebe Worte

open-bookWorte sind so viel mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben und Silben. Sie sind Ausdruck und Ventil. Sie sind Schöpfungen von Fantasie und Kreativität. Sie sind der Grundstein aller Erzählungen, der Baustein aller geäußerten Emotionen. Worte sind wie Lehm. Unter meinen Händen formen sie sich zu etwas, und ich alleine entscheide zu was sie werden. Worte können umschmeicheln, berühren, verändern. Sie können verletzen, kränken, zerstören. An einem Wort hängt manchmal ein Leben. Ein Wort verändert manchmal die Welt. Worte sind mein Leben. Schreiben mein Lebensgefühl.

Soweit ich zurückdenken kann, haben Worte mich fasziniert. Die Art, mit der sie das Kopfkino ankurbeln, Gedankenflüsse entstehen lassen können. Wie durch sie Welten entstehen, sie mir eine Flucht bilden, oder meinen Geist beleben. Sie vermitteln Wissen und spielen mit Träumen, Wünschen, Sehnsüchten und Ängsten.

Ich konnte eher sprechen wie laufen, was immer noch sehr zur Erheiterung meiner Familie beiträgt. Ich konnte lesen, bevor ich in die Schule kam (nicht perfekt, aber ich lernte schnell). Schon als Kind habe ich mir alles zum Lesen geschnappt was ich fand. Wollte man mich beruhigen, gab man mir etwas zum lesen. Musste ich auf ein langweiliges Ereignis, bekam ich ein Buch und war glücklich. Für mich ist und war das Lesen alles: Flucht, Beschäftigung, Lernstoff. Mit Worten zu jonglieren ist für mich so spannend, wie es für einen Mathematiker sein muss, das selbe mit Zahlen zu tun. Ein Buch beenden muss ein ähnlicher Kick sein, wie für einen Wissenschaftler das Entdecken von etwas Neuem.

Geschrieben habe ich bereits in meiner frühen Jugend. Ich glaube, ich war zehn Jahre alt, als ich mir eine Schreibmaschine zu Weihnachten wünschte (und bekam. Danke Mama und Papa!). Mit 18 bekam ich meinen ersten Computer. Das mag spät erscheinen, aber das war 1994 und Computer noch nicht so weit verbreitet wie es heute der Fall ist (ich war sogar weit und breit die einzige, die einen Computer besaß – und so stolz). Später bekam ich einen Laptop, weil ich mobil sein wollte. Weil ich überall schreiben wollte (und auch hier: Vielen Dank Mama und Papa!). Nach einem intensiven Streitgespräch und anschließender Diskussion mit meiner Schreibmaschinen- und Stenolehrerin, lernte ich das 10-Finger-System auf der Tastatur. Einst habe ich sie dafür verflucht mir diese Verzögerung anzutun, heute könnte ich ihre Füße küssen, dass sie mich dazu gezwungen hat (oft wurde mir im Internet unterstellt, ich schreibe nicht, ich spreche in ein Mikrofon – wenn das kein Kompliment und kein Argument für das Erlernen des 10-Finger-Systems ist). Als ich das Chatrollenspiel für mich entdeckt habe, lernte ich einen völlig neuen Ausdruck von Kreativität mit Worten kennen – und lieben. Dort entstehen Welten, die ich nicht alleine erschaffe, aber von denen ich ein Teil bin. Ein gekonntes Spiel mit Bildern im Kopf allein durch Worte. Inklusive der Freiheit, meine Umgebung, meine Charaktere, mein Spiel, vor meinem geistigen Auge nach meinen Vorstellungen zu kreieren – Das ist faszinierend und großartig, oder? Wir alle spielen das selbe Spiel, befinden uns am gleichen Ort, und doch sieht ihn jeder anders und macht ihn so individuell, wie es er es wünscht. Ein fantastisches Gefühl. Und mehr, als vorgefertigte Bilder mir vermitteln können.

Da ich meistens ein Problem habe, meine Gedanken und Gefühle verbal zu äußern, drücke ich sie mit geschriebenen Worten aus. Ich verpacke sie, spiele mit ihnen, lasse sie entstehen, sterben, ich schmücke und entkleide sie. Worte, die sich im Kopf festsetzen, verwirbeln schnell zu wahren Gedankenstürmen ohne Anfang und Ende. Ein ausgesprochenes Wort verliert ein wenig von der Macht, die es über mich hat. Ein ausgesprochenes Wort verliert allgemein an Macht, und ist gleichzeitig die größte Macht der Welt und Zeit. Am Anfang steht immer ein Wort. Und am Ende ebenso.

Ihr seht, Worte sind so viel. Für mich sind sie der größte Bestandteil meines Lebens. Und ich hoffe, dass man dies auch in meinen Texten merken kann. Dass man merkt,  wie sehr ich sie liebe, verehre, bewundere und ja, auch fürchte. Es liegt soviel zwischen schwarz und weiß. Man lernt mehr über mich über meine geschriebenen Worte, als man es je mit einem Gespräch oder einem Blick könnte.

Eure MmeChrysantheme

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3 Kommentare zu „Ich liebe Worte

  1. „Worte sind so viel mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben und Silben. Sie sind Ausdruck und Ventil. Sie sind Schöpfungen von Fantasie und Kreativität. Sie sind der Grundstein aller Erzählungen, der Baustein aller geäußerten Emotionen. Worte sind wie Lehm. Unter meinen Händen formen sie sich zu etwas, und ich alleine entscheide zu was sie werden. Worte können umschmeicheln, berühren, verändern. Sie können verletzen, kränken, zerstören. An einem Wort hängt manchmal ein Leben. Ein Wort verändert manchmal die Welt. Worte sind mein Leben. Schreiben mein Lebensgefühl.“
    Genau meine Meinung! ❤

    Gefällt 1 Person

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